Folge #43 – Evolution und Natur

In dieser Folge diskutieren Dominic Memmel und Lisa Falkowski mit dem bekannten Autor und Biologen Bernhard Kegel über Evolution, die rettende Kraft der Pflanzen und die menschliche Verantwortung gegenüber der Natur.

Bernhard Kegel

Folge #42 – Fast Fashion und nachhaltige Mode

Anke Beutel ist Bekleidungstechnikerin und hat langjährige Berufserfahrung in der Produktentwicklung und Bekleidungsindustrie. Der kommerzielle Fokus war ihr irgendwann nicht mehr genug, Fast Fashion gegen ihre Idee nachhaltigen Produzierens und Konsumierens. So hat sie sich mit dem Label ‚Whitepattern Clothing‘ selbständig gemacht und produziert maßgeschneiderte Bekleidung ausschließlich mit nachhaltigen und komfortablen Stoffen. Über ihre Journey zur Privatunternehmerin, die Modebranche sowie die Rolle von Klimawandel und aktueller Politik, unterhalten wir uns mit Anke in dieser S4F-Podcast Episode. Moderation: Lisa Falkowski und Karsten Haustein.

Anke Beutel

Folge #41 – Soziale und klimatische Kipppunkte

Jonathan Donges ist stellvertretender Leiter der Earth Resilience Science Unit (ERSU) am Potsdam-Institut für Klimafolgenforschung. Er leitet dort den Forschungsschwerpunkt zu integrierter Modellierung von Mensch-Erde-Systemen und zur Analyse der Resilienz des Erdsystems. Dabei arbeitet er eng mit den Abteilungen Earth System Analysis und Complexity Science des PIK zusammen. Seine Forschung konzentriert sich auf die Dynamik sozio-ökologischer Systeme im planetaren Maßstab, klimatische und soziale Kipppunkte sowie deren Dynamik und Wechselwirkungen. Darüber hinaus forscht Jonathan mithilfe konzeptioneller Modelle an Dekarbonisierungsdynamiken und Nachhaltigkeitstransformationen.

Dr. Jonathan Donges

Folge #40 – Konsum und ökologische Grenzen

Dieses Weihnachts-Special nimmt die Weihnachts- und Vorweihnachtszeit zum Anlass, um zentrale Fragen rund um Konsum, Wirtschaftswachstum und ökologische Grenzen aufzugreifen. Im Gespräch nähern wir uns den Konzepten von Postwachstum und Degrowth und diskutieren deren grundlegende Ideen und streifen dabei auch die Frage, ob Wirtschaft zwangsläufig immer weiter wachsen muss. Gemeinsam mit unserem Gast Prof. Max Koch vom Lehrstuhl für Sozialpolitik und Nachhaltigkeit der Universität Lund werfen wir einen ersten Blick auf alternative ökonomische Ansätze jenseits des gegenwärtigen kapitalistischen Systems und darauf, wie sich auch mit weniger Konsum ein bewusstes und stimmungsvolles Weihnachtsfest gestalten lässt. Wir wünschen unseren Hörern solche stimmungsvollen Weihnachtstage und ein nachhaltiges neues Jahr!

Max Koch

Folge #39 – Biodiversität

Prof. Dr. Josef Settele, Leiter des Departments Naturschutzforschung am Helmholtz-Zentrum für Umweltforschung (UFZ), gibt uns einen Überblick über den Zustand der Biodiversität, welche Ursachen der Biodiversitätskrise zugrunde liegen und wo die Hebel anzusetzen sind. Dieses unaufgeregte und detailreiche Interview richtet sich vor allem an interessierte Laien, die ihren Wissensstand auffrischen oder auffüllen wollen. Die Brücke zur Klimakrise – dem Kernthema unseres Podcasts – wird immer wieder geschlagen.

Josef Settele

Folge #38 – Monitoringbericht zur Energiewende

Aus der Sicht der Windenergie (Wolfram Axthelm, Geschäftsführer Bundesverband Windenergie BWE), der Solarbranche (Jörg Sutter, Experte Deutsche Gesellschaft Sonnenenenergie DGS), der Bioenergie (Sandra Rostek, Leiterin Hauptstadtbüro Bioenergie) sowie im Gespräch mit Hans-Josef Fell betrachten wir sowohl den Monitoringbericht zur Energiewende, als auch die Diskrepanz zwischen seinen Inhalten und dem, was im BMWE und von Katherina Reiche daraus gemacht wurde (Stichwort: 10-Punkte-Plan). Übergeordnete Fragen zu Klima und den möglichen politischen Hintergründen werden ebenfalls erörtert.

Wolfram Axthelm
Jörg Sutter
Sandra Rostek
Hans-Josef Fell

Folge #37 – Attributionsforschung und Klima(un)gerechtigkeit

Mit einem neuen Team wird der S4F-Podcast nun fortgeführt. Das Team stellen wir gleich zu Beginn dieser Episode vor, im Anschluss daran steigen wir in unser erstes Gespräch ein: Gemeinsam mit Friederike Otto und mit Blick auf ihr neuestes Buch „Klima(un)gerechtigkeit“, werfen wir ein Schlaglicht sowohl auf ihre eigene Geschichte als junge Frau im Wissenschaftsbetrieb, als auch auf die größeren Zusammenhänge: Wie ungerecht ist die Klimakrise und was kann uns die Attributionsforschung zu diesem Thema lehren?

Ein besonderer Dank gilt dem bisherigen Team dieses Podcasts, das ihn mit viele Liebe aufgebaut, gepflegt und mit Vertrauen an „The Next Generation“ übergeben hat.

Friederike Otto

Folge #36 – Was tun, wenn alles gesagt ist?

Dies wird unsere letzte Folge sein. Wir wollen euch darin noch etwas ausführlicher erklären, warum unser Entschluss zustande gekommen ist. Dazu bekommen wir hier noch einmal fast alle zusammen, die über die vergangenen 5 Jahre dabei waren. Wir sitzen an einem Abend zusammen und lassen die Aufnahme laufen, blicken zurück auf unsere Lieblingsfolgen, auf die aktuelle Lage der Klimabewegung, und nach vorne auf mögliche nächste Stationen. Außerdem gibt’s zum Abschluss ein paar persönliche Hörempfehlungen, damit euch die Zeit auch ohne S4F Podcast nicht langweilig wird.

Wir verabschieden uns von der Podcast-Bühne mit einem großen Dankeschön an alle Mitwirkenden und an alle Gäste, die wir in den letzten Jahren in unserer Sendung begrüßen durften.

Folge #35 – Negative Emissionen

In dieser Folge begrüßen wir Dr. Maria-Elena Vorrath, Forscherin am Institut für Geologie an der Universität Hamburg. Unser Gespräch dreht sich um die Notwendigkeit, nicht nur Treibhausgasemissionen zu reduzieren, sondern auch aktiv CO2 aus der Atmosphäre zu entfernen, um die globale Erwärmung zu begrenzen. Elena erklärt, wie wie negative Emissionen durch natürliche Prozesse wie Gesteinsverwitterung erreicht und technisch genutzt werden können. Wir erfahren, wie groß das Potential solcher Verfahren ist, und warum Elena angesichts der Langsamkeit politischer Prozesse mit ihrer Arbeit lieber an geologischen Prozessen forscht und wissenschaftliche Fakten schafft.

Folge #34 (Spezial) – Live von der COP 28

Heute ist der offiziell letzte Tag der diesjährigen UN-Weltklimakonferenz, der COP28. Mit einer auffällig erhöhten Präsenz der fossilen Lobby und der Austragung von einem der größten Öl-Profiteure der Welt, den Vereinigten Arabischen Emiraten, steht die Konferenz öffentlich unter einem besonders kritischen Licht.

Wie man trotz der erschwerten Rahmenbedingungen dennoch einen optimistischen Blick auf das Konzept COP und sein Potenzial für ein globales Zusammenwirken entgegen der Klimakrise bewahren kann, verrät uns zugeschaltet aus Dubai eine bereits bekannte Stimme dieses Podcasts, Dr. Friedrich Bohn. Dieses Jahr ist er für Deutschland erneut mit der wissenschaftlichen Delegation angereist, berichtet aus erster Hand über die Neuigkeiten, wie den ersten “Global Stocktake”, sowie die allgemeinen Dynamiken dieser Veranstaltung und gibt uns eine Einschätzung, was zum Ende hin erwartet werden kann.

Folge #33 – Planetary Health Diet

Wir sprechen mit Melanie Speck, Professorin für Sozioökonomie im Bereich Haushalt und Betrieb an der Hochschule Osnabrück. Gemeinsam vertiefen wir uns in die facettenreiche Welt der Ernährungswende, insbesondere die Bedeutung und Auswirkungen der Außerhausverpflegung.

Während unseres Gesprächs erkunden wir aktuelle soziale Trends und deren Auswirkungen auf unser Ernährungssystem. Wir diskutieren, wie Deutschland im Vergleich zu anderen europäischen Ländern steht und beleuchten die kulturellen Unterschiede in der Außer-Haus-Verpflegung. Ein zentraler Punkt ist die Ineffizienz der Fleischproduktion und ihre gravierenden Umweltauswirkungen. Dabei hinterfragen wir gemeinsam, wie wir eine Balance zwischen Genuss und Nachhaltigkeit finden können. Melanie gibt uns auch einen Einblick in die wissenschaftliche Forschung hinter den Ernährungstrends und betont die Rolle der Ernährungsumgebung bei der Entscheidung für bestimmte Ernährungsweisen.

Folge #32 – Coal Exit

Deutschland ist Weltmeister im Braunkohlebaggern. In keinem Land der Welt wird mehr von diesem klimaschädlichen Energieträger gefördert und verbrannt als in der Bundesrepublik. Dass das nicht so bleiben kann, ist klar, denn die Bundesregierung hat sich 2015 in Paris dazu verpflichtet, ihren Beitrag dazu zu leisten, dass sich die globale Durchschnittstemperatur nicht um mehr als 1,5°C erhöht. Und durch ihren enormen CO2-Ausstoß trägt die Braunkohleverstromung maßgeblich zu den deutschen Treibhausgasemissionen bei.

Pao-Yu Oei, Professor für Nachhaltige Energiewende Ökonomie an der Universität Flensburg und Leiter der Forschungsgruppe CoalExit hat sich intensiv mit der Frage beschäftigt, wie eine 1,5°-kompatible Kohleausstiegspolitik aussehen kann. Im Gespräch mit ihm haben wir uns besonders einem der drei verbleibenden deutschen Kohlereviere gewidmet: der Lausitz. Mit ihm haben wir darüber geredet, warum der derzeit politisch geplante Kohleausstieg im Jahr 2038 viel zu spät wäre, warum die ostdeutschen Kraftwerke vermutlich ohnehin schon früher stillstehen werden und wie viel Kohle in der Lausitz noch verbrannt werden darf, damit Deutschland seinen Verpflichtungen aus dem 1,5°-Ziel gerecht wird. Außerdem ging es um den Strukturwandel und die wirtschaftlichen Perspektiven der Lausitz jenseits der Kohle.

Folge #31 – Carbon Bubble

In dieser Folge nehmen wir uns ein Finanzthema vor, und knüpfen direkt an Folge 26 an: Darin ging es um Carbon Bombs, die größten fossilen Energieressourcen, und enorme Mengen „unburnable carbon“, die in der Klimakrise auf keinen Fall noch in die Atmosphäre gelangen dürfen, die andererseits aber erhebliche Teile des Börsenwertes von Unternehmen ausmachen. Mehr als eine Billion Euro droht zu „stranden“ – ein Vielfaches mehr als die Verluste, die die Finanzkrise von 2008 auslösten. Kurz: Es gibt eine Carbon Bubble, und wenn sie platzt muss man nicht einmal ein eigenes Aktienportfolio haben, um betroffen zu sein.

Als Expertin zur Nachhaltigkeit auf dem Finanzmarkt haben wir Fabiola Schneider zu Gast, Assistant Professor in Finance an der Dublin City University (DCU) Business School. Unsere Fragen an Fabiola: Wie können angeblich effiziente Märkte eine solche Bubble erzeugen? Können wir kontrolliert die Luft ablassen? Und pumpen wir mit Subventionen die Blase weiter auf?

Wir freuen uns auch bei diesem Thema eine Co-Produktion auszuprobieren, nämlich mit dem Finance 4Future Podcast, und begrüßen Niklas Krämer als Co-Moderator.

Folge #30 – Wärmewende

Es wird zunehmend klar, dass wir hierzulande ganz besonders bei der Wärmewende – der Dekarbonisierung unserer Heizungs-Infrastruktur – lange geschlafen haben. Gut die Hälfte aller Heizungen in Deutschland wird mit Erdgas betrieben, auf Rang 2 folgt dann die Ölheizung mit etwa einem Viertel. Der politische Handlungsdruck ist also groß. Um die Wärmewende ab 2024 wirklich anzugehen hat das Bundesklimaschutzministerium hat gemeinsam mit dem Bauministerium dafür das Gebäudeenergiegesetz neu verfasst. Doch statt die Bevölkerung für die Wärmewende zu begeistern, streitet die Bundespolitik um die politische Strategie, die richtigen Technologien und letztlich auch um den Klimaschutz insgesamt.

Wie können wir möglichst viel fossile Energie möglichst schnell zu angemessenen Preisen durch verschiedene Formen der erneuerbaren Wärme ersetzen? In dieser Folge möchten wir mehr Licht in die stark politisierte Debatte bringen und mit einigen Mythen aufräumen.

Dazu haben wir uns zwei Gäste eingeladen, Dr. Jens Clausen (Borderstep Institut) und Prof. Dr. Pietro Altermatt (University of Oxford). Beide sind aktiv bei den Scientists for Future, und sie sind Autoren eines Artikels, der im März 2023 in der Zeitschrift „Nature Communications Earth & Environment“ erschienen ist. Ihre Studie weist nach: Der Ersatz von Gasheizungen durch Wärmepumpen senkt den Gasverbrauch am schnellsten, und er ist ein durch und durch realistischer Weg. Wir sprechen über technische Machbarkeit, Kosten, Hürden, Aufklärung und Irreführung, und die notwendige Unterstützung in der Praxis.

Folge #29 (Spezial) – Fridays und Scientists

Im März 2019 unterzeichneten zehntausende Wissenschaftler:innen eine Stellungnahme mit dem Titel „Die Anliegen der demonstrierenden jungen Menschen sind berechtigt“ – der Grundstein von Scientists for Future. Mit „demonstrierenden Jungen Menschen“ waren natürlich vor allem die Aktivist:innen von Fridays for Future gemeint. An der Vorstellung besagter Stellungnahme in einer Bundespressekonferenz nahm auch Luisa Neubauer als Repräsentantin der damals selbst erst wenige Wochen alten FFF-Bewegung teil.

Im März 2023, vier Jahre später, treffen wir Luisa am Rande einer Lesung in Dresden. Als eine der Gründer:innen von FFF hat sie die Entwicklung der Bewegung mitgeprägt und kann ihren aktuellen Stand wie wahrscheinlich wenige sonst einordnen. Im Gespräch mit Luisa dreht sich alles um die Beziehung zwischen Wissenschaft und Klimaaktivismus. Wie wird „Listen to the Science“ in der Klimabewegung gelebt und worin liegen die Herausforderungen beim Übertragen komplexer wissenschaftlicher Erkenntnisse in konkreten Aktivismus? Antworten auf diese und weitere Fragen gibt uns Luisa in dieser kurzen Spezialfolge.

Folge #28 – Klimaklagen

Wir freuen uns sehr darüber Dr. Roda Verheyen zu Gast zu haben. Die promovierte Rechtsanwältin und Richterin des Hamburgischen Verfassungsgerichts ist eine engagierte und erfolgreiche Kämpferin für die Rechte zukünftiger Generationen.

Mit ihrer Dissertation zu „Climate Change Damage in International Law“ versuchte sie schon vor fast 20 Jahren den rechtlichen Rahmen für die internationale Aushandlung von Kompensationen von Klimafolgeschäden abzustecken. Ein perfekter Anlass auch über die COP26 und die aktuellen Planungen für einen „Loss and Damage Fond“ zu sprechen.

Wir besprechen auch nationales Recht, die Mittel und Wege, die uns unser Rechtsstaat und ein Rechtssystem bietet um erfolgreich für „die gute Sache“ zu arbeiten, Rodas langen Atem und geraufte Haare.

Wir haben die Folge bereits im Februar aufgenommen. Heute, am Tag unserer Veröffentlichung, erscheint auch Rodas Buch „Wir alle haben ein Recht auf Zukunft“, indem sie den Blick auch wieder in andere Länder und Regionen lenken möchte, in denen ebenfalls viele Menschen mit Hilfe (strategischer) Klagen einige der Hauptverantwortlichen der Klimakrise bennenen und haftbar machen möchten.

Folge #27 – Cradle to Cradle

Schon 2005 wurden über 300 Schadstoffe in der Muttermilch entdeckt, letztes Jahr dann ebenfalls Mikroplastik. Dazu kommt Reifenabrieb im Salat und selbst in der Antarktis lassen sich Schadstoffe wie beispielsweise PFAS nachweisen. Umweltgifte sind also mittlerweile überall zu finden. Ist das ein Zustand, den wir als Folge unseres Wirtschaftssystems akzeptieren müssen?

Unser heutiger Gast, Prof. Michael Braungart, sagt nein. Er hat deshalb 1990 das Prinzip “Cradle to Cradle” (C2C) entworfen, was versucht die Stoffströme in einen Kreislauf zu bringen und über den gesamten Lebenszyklus eines Produkts hinweg einen positiven Einfluss auf Klima, Biodiversität und letztendlich die menschlichen Lebensgrundlagen zu erzielen. Über den Weg zu C2C, die Umsetzung auf politischer und wirtschaftlicher Ebene sowie Michaels Zukunftsperspektiven sprechen wir in dieser Episode.

Folge #26 – Carbon Bombs

Wir nehmen diese Folge Anfang Februar 2023 auf, und es ist wenige Wochen her, dass ein kleines Dorf in Nordrhein-Westfalen weltweit Schlagzeilen machte. Der Energiekonzern RWE ließ die Räumung und den Abriss von Lützerath für den Braunkohletagebau durchsetzen, und benötigte dazu offenbar die Hilfe mehrerer tausend Polizist*innen. Klimaaktivist*innen widersetzten sich, indem sie in Baumhäusern und Tunneln ausharrten. Trotz Kälte und Regen nahmen bis zu 35 000 Menschen an einer Großdemonstration teil. Die Konfrontationen verliefen größtenteils friedlich.

Lützerath hat medial Wellen geschlagen, und setzt die Verantwortlichen unter Rechtfertigungsdruck. Der Tenor: Der ausgehandelte Kompromiss – Lützerath gegen vorgezogenen Kohleausstieg – eigentlich ein Sieg für den Klimaschutz. Die Protestierenden – Radikale mit Maximalforderungen, denen es sowieso nicht schnell genug gehen kann. Und die Ausweitung von Braunkohletagebau im Jahr 2023 – notwendig für die Sicherheit der Energieversorgung.

Vor diesem Hintergrund haben wir unseren heutigen Gast eingeladen. Kjell Kühne bringt eine neue Perspektive auf diesen Konflikt mit, und einen Begriff, der eher nicht an Sicherheit denken lässt: “Carbon Bombs”. Wir sprechen über die weltweit größten fossilen Energiereserven, ihr Schadenspotential, und Strategien für ihre Entschärfung.

Folge #25 – Kipppunkt Amazonien

Im Jahr 2018 erschien im Magazin Science ein Artikel mit dem Titel Amazon Tipping Point. Die These: Der Amazonasregenwald kann bei einer Abholzung von 20-25% einen Kipppunkt überschreiten. Das Überschreiten dieses Kipppunktes würde dazu führen, dass der Wald sukzessive zurückgeht und durch baumlose Ökosysteme verdrängt wird. Diese Zahlen sind besonders alarmierend, wenn man bedenkt, wie weit die Zerstörung fortgeschritten ist: Die bisherigen Rodungen belaufen sich nämlich auf etwa 17-20%. Amazonien ist in akuter Gefahr.

Wie kommt es zu diesem Kipppunkt und welche Effekte setzen den Amazonasregenwald unter Druck? Wie erforscht man so etwas? Welche politischen Weichen müssen jetzt gestellt werden, um den Amazonasregendwald zu retten?

Für ein so komplexes Thema haben wir diesmal gleich zwei Gäste eingeladen: Anja Rammig ist Professorin für Land Surface-Atmosphere Interactions an der TU München. Thomas Fatheuer ist Soziologe und Brasilien-Experte, der unter anderem lange das Büro der Heinrich-Böll-Stiftung in Rio de Janeiro leitete.

Folge #24 – Der Wald der Zukunft

Alle Jahre wieder treffen auf der Conference of Parties (COP) Delegationen aus den Unterzeichnerstaaten der UN-Klimarahmenkonvention aufeinander – diesen November schon zum 27. Mal, und zwar in Sharm El Sheikh, Ägypten. Dr. Friedrich Bohn war vor Ort dabei und berichtet uns aus erster Hand.

Als Wissenschaftler am Helmholtz-Zentrum für Umweltforschung arbeitet Friedrich daran, Ökosysteme im Computer zu modellieren – und dabei insbesondere den Wald. In unserem Gespräch geht es also weiter um die Glasgow Forrest Declaration, den Amazonas, die deutschen Wälder, Rohstoffe aus dem Wald, und die Rolle des Waldes für das Klima – kurz gesagt, den Wald der Zukunft.

Folge #23 – Biodiversität und Sustainable Farming

Schon bevor die Krefelder Studie 2017 gezeigt hat, dass die Insektenbiomasse in Deutschland in den letzten knapp 30 Jahren um 75% zurückgegangen ist, wurde in Fachjournalen (bspw. Barnosky et al., 2011, Nature) bereits vor einem globalen Massenaussterben gewarnt. In Deutschland ist die Debatte über Biodiversität häufig eng verknüpft mit dem Thema Landwirtschaft, die durch den Anbau von Monokulturen und die Nutzung von zu viel Giften als ein Haupttreiber des Verlustes an biologischer Vielfalt gilt. Dabei beinhaltet Biodiversität nicht nur die Vielfalt an Arten, sondern auch die genetische Vielfalt und die Diversität von Ökosystemen.

Um das Gegen- bzw. Miteinander von Landwirtschaft und Biodiversität genauer zu beleuchten, reden wir mit Dr. Alexandra-Maria Klein, Professorin für Naturschutz und Landschaftsökologie an der Universität Freiburg. Ihr Hauptforschungsthema ist die Wechselwirkung von Pflanze und Bestäuber mit Fokus auf die Biene. Sie erzählt uns, was Biodiversität in der Landwirtschaft bedeutet, wie wir sie messen und welches die wesentlichen anthropogenen Einflüsse sind.

Folge #22 – Energieautonomie

16 Tage nach dem Beginn des russischen Angriffskriegs auf die Ukraine steht diese Folge im Lichte großer energiepolitischer Unsicherheiten. Die vergangenen Tage haben uns auf erschütternde Weise gezeigt, wie eng die Abhängigkeit vom Import fossiler Energieträger mit sicherheitspolitischen Problemen zusammenhängt. Gegen den “petro-state” Russland und das System Putin, die in weiten Teilen von dem Export von Kohle, Öl und Gas abhängen, könnte ein entsprechendes Embargo eine wirksame Sanktion darstellen. Damit gehen für die Import-Länder jedoch auch bedeutende Fragen über den Weg hin zu einer Energie-Autonomie einher. Darüber, was dies für die kurz- und mittelfristige Zukunft der Energieversorgung bedeutet und welche Rolle erneuerbare Energien dabei einnehmen, sprechen wir heute mit dem Energie-Ökonom und IPCC-Leitautor Prof. Andreas Löschel.

Folge #21 – Solarstrom für alle

Auf dem Weg zu einem vollständig auf regenerativen Quellen basierenden Energiesystem – raus aus dem fossilen Zeitalter – spielen Wind- und Solarkraft eine maßgebliche Rolle. Mit zunehmendem Anteil der Erneuerbaren am Energieaufkommen findet jedoch auch eine Verlagerung von zentralen Kraftwerken hinzu dezentralen Anlagen, wie insbesondere der Solarkraft auf den Dächern statt. Damit verbunden ist auch die immer stärker werdende Beteiligung bzw. Einbeziehung von Unternehmen, Kommunen, aber auch der einzelnen Bürger:innen. Auf dieser Ebene stellt die hauseigene Erzeugung von Solarstrom für Mietsgebäude eine besondere, gerade für Städte aber auch eine besonders wichtige Möglichkeit als Beitrag zur Energiewende dar.

Diese Möglichkeit kann durch das 2017 in Deutschland eingeführte Konzept “Mieterstrom” unterstützt werden und sowohl für die Vermieter:innen- als auch die Mieter:innenseite Vorteile mit sich bringen. Mit der Frage, warum Mieterstrom bislang jedoch weit unter seinem Potenzial bleibt und wie man dies durch gezielte Anreize und Maßnahmen ändern könnte, beschäftigen sich die heutigen Gäste, Prof. Andrea Rumler und Prof. Volker Quaschning, mit ihren Forschungsgruppen in einem gemeinsamen Forschungsprojekt: MieterstromPlus. Im Lichte ebendieser Frage, wie die Solarkraft zu den Menschen kommen kann, steht das heutige Gespräch.

Folge #20 – Scientist Reacts to COP26

Die 26. UN-Klimakonferenz COP26 fand vom 31. Oktober bis zum 12. November im schottischen Glasgow statt. Greta Thunberg nannte die Konferenz vor Ort ein “Global North greenwash festival” und manche Beobachter stellten in Frage, ob selbst die Delegierten der Konferenz noch an das 1,5 Grad Ziel glauben. Doch bei allem ‘blah, blah, blah’ wurden auch Ergebnisse erzielt – wir habe uns gefragt, ob man den Erfolg einer Klimakonferenz überhaupt klar beurteilen kann und mit jemandem gesprochen, der schon oft dabei gewesen ist, Prof. Niklas Höhne vom NewClimate Institute.

Als Professor für Mitigation of Greenhouse Gas Emissions, ehemaliger UNFCCC-Mitarbeiter und IPCC-Autor, analysiert Niklas mit seinem Projekt Climate Action Tracker ob die Zusagen der Länder ausreichen, um gefährlichen Klimawandel zu verhindern.

Wir konnten mit Niklas über seine Bilanz der COP26 sprechen, die zugleich nüchtern aber auch hoffnungsvoll ausfällt. Darüber hinaus gibt er auch Einblicke dazu, wie man eigentlich dazu kommt, an einer Conference of Parties teilzunehmen, wie dort diskutiert wird und welche Herausforderungen sich im Austausch zwischen Wissenschaftler:innen und Politiker:innen stellen. Eine UN Klimakonferenz ist nicht einfach nach 2 Wochen vorbei, sondern die Arbeit der Aktivisten und Wissenschaftler geht kontinuierlich weiter, was uns Niklas in seiner Einschätzung zu den Klimaschutzplänen der neuen Regierung verdeutlichte.

Folge #19 – Nachhaltige Architektur

Der Bausektor verursacht in Europa rund 40% der CO2- und Treibhausgase. Grund genug, uns mit den Architects for Future zusammen zu tun und dem Thema Architektur eine Folge unseres Podcasts zu widmen. Wie wir bauen ist nicht nur eine technische Frage sondern auch eine kulturelle. “Wir müssen unsere Bauwerke als Materiallager begreifen” sagt Prof. Dirk Hebel vom Karlsruher Institut für Technologie (KIT) – Gast unserer heutigen Sendung. Neben der Frage nach Rohstoffverbrauch und Kreislaufwirtschaft sprechen wir auch über Stadtplanung, das neue europäische Bauhaus und wie sich Architektur und unser Zusammenleben für eine nachhaltige Zukunft verändern müssen.

Dirk Hebel ist seit 2017 Professor für nachhaltiges Bauen am KIT. Seine Forschung konzentriert sich v.a. auf die Untersuchung von Ressourcenkreisläufen und die Entwicklung alternativer Baumaterialien und Konstruktionsmethoden und hat für Ausstellungen sogar schon mit Luft, Wasser, Bambus und Abfall gebaut.

Besonders bedanken möchten wir uns bei der Architects for Future Ortsgruppe Kassel für die kompetente Unterstützung bei der Redaktion und Moderation dieser Folge.

Folge #18 – Wasserverbrauch im Ernährungssystem

„Wie Veganer und Vegetarier zur globalen Wasserknappheit beitragen“ titelte die Süddeutsche Zeitung kürzlich unter Berufung auf die Studie „Kulinarischer Kompass“ des WWF zum Wasserverbrauch verschiedener Nahrungsmittel/Ernährungsweisen, die medial hohe Wellen geschlagen hat. Was dahinter steckt und was die Studie tatsächlich besagt, besprechen wir mit den Co-Autorinnen der Studie Dr. Ulrike Eberle und Tanja Dräger de Teran.

In dem Gespräch erfahren wir auch, was blaues, grünes und graues Wasser ist und was es mit dem „Wasserknappheitsfußabdruck“ auf sich hat.

Folge #17 – Zwischen Politik und Wissenschaft

Der Weg hin zu einer nachhaltigen Welt stellt die Menschheit vor eine fundamentale Aufgabe, deren Lösung das Mitwirken aller Teile der Gesellschaft verlangt. Dies bedeutet die Kooperation verschiedener Handlungsebenen und -felder: von der Wissenschaft über zivilgesellschaftliche Organisationen und zwischenstaatliche Institutionen bis hin zur Politik.

Einer, der sich wie vermutlich kein*e Zweite*r – insbesondere im deutschsprachigen Raum – in diesen Feldern bewegt hat und über Jahrzehnte einen kaum erfassbaren Erfahrungsschatz gesammelt hat, ist der Gast dieser 17. Folge: Prof. Dr. Ernst Ulrich von Weizsäcker.

Als Naturwissenschaftler, Gründungsdirektor des weltweit bekannten Wuppertal-Instituts, einstiger Bundestagsabgeordneter und ehemaliger Co-Präsident des “Club of Rome” – um nur Teile seiner vielschichtigen Tätigkeiten zu nennen – bringt Ernst weitreichende Expertise in den Fragen zum Umgang mit Ressourcen, Energie und letztendlich den Lebensgrundlagen der Menschen mit. Wie ihn sein Lebensweg in diese verschiedensten Themenfelder geführt hat und ob/wie die Vereinbarkeit von Wissenschaft und Politik in einer Person funktioniert, erfahrt ihr in dieser Folge!

Folge #16 – Der IPCC-Report von 2021

Der 6. Bericht des Weltklimarats zu den physikalischen Grundlagen des Klimawandels zeigt: Die Klimakrise ist allgegenwärtig und der Klimawandel ungebrochen. Die Expertin Prof. Dr. Julia Pongratz ordnet den Bericht für uns ein und fasst die wesentlichen Ergebnisse zusammen. Außerdem sprechen wir über ihren eigenen wissenschaftlichen Beitrag zum Bericht in Kapitel 5.

Folge #15 – The Climate Crisis in International Law

Die Klimakrise hat globale Ausmaße und verlangt nach internationalen Lösungen. Aber sollten gleiche Maßnahmen und Verpflichtungen für alle gelten? Wie schaffen wir Gerechtigkeit zwischen Verursachenden und Leidtragenden und kann es eine gerechte, weltumspannende Agenda für eine lebenswerte Zukunft überhaupt geben? Zum Glück konnte innerhalb der Vereinten Nationen eine rechtliche Plattform geschaffen werden, auf der Klimaschutz international vorangetrieben wird – die UN-Klimarahmenkonvention.

In dieser Folge gibt uns die Rechtswissenschaftlerin Dr. Julia Dehm von der La Trobe University Melbourne eine kurze Einführung zum Thema Klimaschutz im Völkerrecht. Mit ihr sprechen wir über die Evolution des UN-Klimaregimes und legen dabei einen besonderen Schwerpunkt auf das Pariser Abkommen. Wir gehen auf Schwierigkeiten und Herausforderungen ein und fragen uns, wie scharf das Schwert des Völkerrechts beim Klimaschutz überhaupt schneidet.

Die Folge ist ein Novum für den Scientists for Future Podcast, denn wir führen das Gespräch auf Englisch. – Ein internationales Thema verknüpft mit einer Expertin aus Übersee. Sehr passend, wie wir finden.

Folge #14 – Expedition in die Arktis

Die Arktis ist ein zentrales Element im Klimawandel und die Folgen der globalen Erwärmung sind hier besonders ausgeprägt. Allerdings sorgt die Unzugänglichkeit der Region auch für besonders spärliche Daten. Um den Einfluss der Arktis auf das Klima besser zu verstehen, machte der Forschungseisbrecher Polarstern während der MOSAiC Expedition an einer Scholle fest und lies sich für ein Jahr mit dem Eis durch die Arktis driften – die bislang größte Arktis-Expedition der Menschheit.

In dieser Folge reden wir mit Verena Mohaupt vom Bremerhavener Alfred-Wegener-Institut. In ihrer Rolle als Logistik-Koordinatorin der MOSAiC Expedition wurde sie vom Fachmagazin Nature zu den 10 Personen gezählt, die im Jahre 2020 eine entscheidende Rolle für die Wissenschaft gespielt haben. Wir reden mit ihr über die Motivation der Expedition, was für ein Aufwand mit der Expedition verbunden war und wie viel Arbeit im Hintergrund getan wird, um an wichtige Klimadaten zu gelangen.

Folge #13 – Synthetische Treibstoffe

Klimaneutrale Linienflüge klingen noch nach Zukunftsmusik. Denn im Bereich der Luftfahrt stoßen die Hoffnungsträger der Verkehrswende – Batterie und Brennstoffzelle – an ihre Grenzen. Aber eine dritte Technologie könnte hier Abhilfe schaffen: Synthetische Kraftstoffe.

Unser heutiger Gast, Prof. Roland Dittmeyer, ist Leiter des Instituts für Mikroverfahrenstechnik am Karlsruher Institut für Technologie. Er ermöglicht uns spannende Einblicke in den aktuellen Forschungsstand zu synthetischen Kraftstoffen und erklärt, wie CO2 aus der Atmosphäre zu Kraftstoff werden kann. Darüber hinaus spricht er mit uns über die Bedeutung von Synfuels im Kontext der Mobilitätswende und wagt eine Prognose, wann wir mit den ersten fossilfreien Linienflügen rechnen können.

Folge #12 – Marktwirtschaft für die Zukunft

Unsere Reihe zur Postwachstumsökonomie geht weiter – diesmal mit einem genauen Blick auf das Prinzip Marktwirtschaft: Ist ungebremstes Wachstum, das unsere planetaren Grenzen sprengt, schon in der Logik des Marktes angelegt? Oder lassen sich die Rahmenbedingungen so setzen, dass Märkte unter ökologischen und sozialen Gesichtspunkten gut funktionieren?

Unser Gesprächspartner zu diesen Fragen ist Oliver Richters, Physiker und Ökonom, promoviert an der Carl von Ossietzky Universität Oldenburg zu ökonomischen Nichtgleichgewichtsmodellen und Wachstumszwängen. Er ist im Beirat der Scientists for Future, war Vorsitzender der Vereinigung für Ökologische Ökonomie (VÖÖ), ist Mitglied des Instituts für zukunftsfähige Ökonomien (ZOE) und als Referent, Science Slammer und Kabarettist tätig.

Folge #11 – Postwachstumsökonomie

„Unendliches Wachstum“ kann es auf einem endlichen Planeten nicht geben – das ist für die meisten Menschen einleuchtend. Dennoch scheint genau dieses Prinzip tief in unser Wirtschaftssystem eingeschrieben zu sein. Die Wirtschaft muss weiter wachsen – tut sie es nicht, ist Krisenstimmung angesagt. Wohlstand und Wachstum gelten als untrennbar miteinander verbunden. Aber ist das wirklich so? Und wem kommt welches Wachstum überhaupt zu Gute?

Die Postwachstumsökonomie sucht nach Alternativen zum Wachstumszwang. Unser Gast Christian Schulz, Professor für Geographie an der Universität Luxemburg, ermöglicht uns den Einstieg in die Postwachstumsdebatte und gibt Antworten auf zentrale Fragen: Was meinen wir, wenn wir über Wirtschaftswachstum reden? Gibt es “gutes” und “schlechtes” Wachstum? Warum ist es wichtig, sich über neue Leitlinien für globales Wirtschaften Gedanken zu machen? Gibt es Beispiele für ökologisches Wirtschaften ohne Wachstum? Und lassen diese sich auch im großem Maßstab realisieren? – Wir wagen erste Schritte in eine große Debatte um zentrale Zukunftsfragen und Visionen umweltgerechten Lebens.

Folge #10 – Zeitwohlstand

Die zehnte Folge des S4F Podcast: Dieses Mini-Jubiläum hat noch etwas Besonderes parat – wir sprechen zum ersten mal mit zwei Gästen. Wir begrüßen Dr. Stephanie Moser und Dr. Christoph Bader, die am “Kompetenzzentrum für nachhaltige Entwicklung und Umwelt” der Universität Bern forschen.

Unser Gespräch dreht sich um das Konzept „Zeitwohlstand“: Wie definieren und messen wir Wohlstand aktuell, und warum brauchen wir hier andere Konzepte? Wie steht es um unseren Zeitwohlstand, und wie können wir ihn vermehren? Welche wirtschaftlichen, sozialen und ökologischen Vorteile hätte eine Reduktion unserer Arbeitszeit, und wie ließe sie sich politisch erreichen?

Folge #9 – Dominoeffekte im Erdsystem

Wir Menschen haben es geschafft, jahrtausendelang währende Mechanismen im Erd- und Klimasystem ins Wanken zu bringen. Dr. Marc Wiedermann vom Potsdam-Institut für Klimafolgenforschung erforscht im Projekt DominoES solche “Tipping Points” – Elemente und Prozesse, die wie der erste Dominostein in einer Reihe, eine Kaskade von Ereignissen auslösen können. Das besondere in Marc’s Forschung: er widmet sich dem Zusammenspiel von sozialen und physikalischen Kippelelementen und versucht diese zu modellieren. Eine ziemlich komplexe Angelegenheit.

Wir sprechen mit ihm über die Herausforderungen, die eine Erforschung solcher Phänomene mit sich bringt und diskutieren über die Bedeutung interdisziplinärer Zusammenarbeit. Außerdem fragen wir uns wo die Grenzen zwischen Klimaforschung und Klimaschutzaktivismus liegen – und stellen uns die Frage, ob „Fridays-for-Future“ vielleicht auch ein Tipping Point im Erdsystem ist.

Folge #8 – Digitalisierung und Suffizienz

Durch die Corona-Krise erleben wir 2020 eine neue Normalität. Feste Bestandteile: Home Office, Videostreaming, Online-Shopping.

Ende August vermeldete Greenpeace die Ergebnisse einer Studie: Durch wenige Tage Home Office in der Woche lassen sich Millionen Tonnen CO2 einsparen, die sonst durch tägliches Pendeln freigesetzt würden. Und Amazon stellte im März beachtliche 100 000 neue MitarbeiterInnen für ihre Paketzentren ein, um die gesteigerte Nachfrage an Online-Bestellungen zu bearbeiten.

Konsum gab und gibt es auch ohne das Internet und neue digitale Geschäftsmodelle. Die Digitalisierung ermöglicht es uns schneller und vielleicht auch unreflektierter zu shoppen. Sie versorgt uns aber auch mit Informationen, die uns unser Leben nachhaltiger gestalten lassen. In diesem Sinne ist die Digitalisierung auch Katalysator für eine smarte grüne Konsumwende. Oder vielleicht doch nicht?

Wir sprechen darüber mit Vivian Frick – Sozialpsychologin, Politikwissenschaftlerin, und Doktorandin am Zentrum Technik und Gesellschaft der TU Berlin.

Folge #7 – Kohleausstieg

Um die CO2-Emissionen zu senken und das Pariser Klimaabkommen einzuhalten ist der Ausstieg aus der Kohleverstromung zentral. Anfang des Jahres hat man sich nun auf einen Fahrplan für den Kohleausstieg geeinigt: Deutschland will bis 2038 aus der Kohleverstromung aussteigen! Doch das ist spät – und weit hinter den Forderungen aus Wissenschaft und Zivilbevölkerung.

Wir sprechen mit dem Politikwissenschaftler Dr. Adrian Rinscheid von der Universität St. Gallen über seine wissenschaftlichen Analysen zu den Hintergründen des Kohleausstiegs. Was war die Rolle der Kohlekommission in Deutschland? Welchen Einfluss können unterschiedliche gesellschaftliche Gruppen bei umweltpolitischen Entscheidungsprozessen haben? Und was wissen wir aus Ländern wie Kanada über gelingende Klimaschutzpolitik?

Während in Berlin aktuell um die Ausgestaltung des Kohleausstiegsgesetzes gerungen wird, liefert unser Podcast Hintergründe jenseits des aktuellen Tagesgeschehens.

Folge #6 – Klimaeffekte der Landnutzung

417 Moleküle pro Million „Luftteilchen“ in der Atmosphäre und der Mensch als anthropogene Störung. Prof. Dr. Julia Pongratz gibt uns sehr tiefschürfende Einblicke in eine zentrale Stellgröße im Erdklimasystem: Die Nutzung von Land für den Menschen und seine Bedürfnisse. Wir schlagen einen weiten historischen Bogen, um zu verstehen, wo Landnutzung eigentlich angefangen hat und erkunden zentrale Wendepunkte, die das Klimasystem nachweislich beeinflusst haben. Zwischendurch landen wir in Archiven und befragen Statistiken über die Bevölkerung, um damit Daten in ein Modell zu stecken, das Aufschluss über die globale Auswirkungen der Landnutzung gibt.

Julia Pongratz widmet sich in ihrer Forschung besonders der Rolle des Waldes zur Begrenzung des Klimawandels und Anpassung an den Klimawandel. Wir sprechen wie durch Aufforstung relativ einfach und sicher „Climate Engineering“ betrieben werden kann. Dennoch kann Aufforstung nur “Teil eines Portfolios an Maßnahmen” sein, um die Erderwärmung irgendwo im Bereich des Pariser Klimaabkommens zu stoppen, so Julia Pongratz.

Am Ende stellen wir einmal mehr fest: Wir alle brauchen Mut, um die ökologische Transformation unserer Landnutzung zu bewerkstelligen, denn das ist zweifelsohne ein komplexes und auch konfliktreiches Unterfangen. Aber vielleicht werden wir am Ende sagen können, es hat sich mehr als gelohnt.

Folge #5 (Spezial) – Live aus Kiel

In dieser Folge – unserem ersten Live-Special – sind wir zu Gast in Kiel bei den Scientists for Future Schleswig-Holstein und hören fünf Wissenschaftle*innen zu, die das Thema Klimawandel aus fünf verschiedenen Perspektiven betrachten, nämlich aus meteorologischer, medizinischer, geologischer, psychologischer und ethischer Sicht.

Wir hören dazu eine Aufzeichnung des Events „Spätschicht trifft Wissenschaft“, welches aufgrund der aktuellen Coronapandemie online stattfand und in dem sich die Regionalgruppe der interessierten Öffentlichkeit präsentiert. Die Vortragsreihe besteht aus 5 jeweils 15 minütigen Vorträgen zu den Themen

  • Die Coronakrise als Krisenlabor – Dr. Tobias Bayr, GEOMAR-Helmholtz-Zentrum für Ozeanforschung Kiel
  • Klimawandel und Gesundheit – Hannah Werle, UKSH/KLUG (Universitätsklinikum Schleswig-Holstein/ Deutsche Allianz Klima und Gesundheit)
  • Fracking in Schleswig-Holstein – Dr. Reinhard Knof, Bürgerinitiative gegen CO2-Endlager e.V.
  • Moral und Ethik des eigenen Handelns – Dr. Christian Baatz, CAU Kiel (Christian-Albrechts-Universität Kiel)
  • Psychologie des Umwelthandelns – Dr. Hanno Michel, IPN Kiel (Leibniz-Institut für die Pädagogik der Naturwissenschaften und Mathematik)

Die Vortragenden kommen dabei aus fünf verschiedenen Einrichtungen in Kiel und machen deutlich, dass auch in Zeiten der aktuellen Krise die langfristigen Herausforderungen des Klimawandels nicht in den Hintergrund geraten dürfen.

Folge #4 – Moore

Schon mal was von Paludikultur gehört? Wir vor diesem Podcast auch nicht. Aber eines ist klar: mit der Aufnahme wurden wir zu Moor-Fans und haben den Sumpf spontan zur Popkultur erhoben (aka: Paläopaludipopkultur).

Wir sprechen mit Dr. Franziska Tanneberger vom Greifswald Moor Zentrum über ihre Leidenschaft zu Mooren, in denen sie schon als Kind herum gestapft ist, über eine junge Forschungsdisziplin, die aufzeigt was Moore mit Klimaschutz zu tun haben, und über die Transformationen in der Landwirtschaft, als einen wichtigen Schritt für eine lebenswerte Zukunft.

Das Intro ist ein Zitat aus dem Video Forschergestalten: Hans Joosten und die Leidenschaft für das Moor

Folge #3 – Akzeptanz der Mobilitätswende

Mobilität ist ein zentrales Zukunftsthema. Wie sieht nachhaltige und ökologisch gerechte Mobilität aus? Wann und warum verändert sich Mobiltätsverhalten? Ist die Corona-Pandemie ein Gelegenheitsfenster, in dem wir lernen wie wir uns in Zukunft ökologischer fortbewegen?

Wir sprechen mit Dr. Elisabeth Dütschke vom Fraunhofer-Institut für System- und Innovationsforschung (Karlsruhe) unter anderem über die Dominanz des Autos, Mobilitätskonzepte für Stadt und Land und Zeitfenster für den Wandel.

Das Intro zitiert eine Autowerbung aus dem Jahr 1955.

Folge #2 – Deutsches Klimarechenzentrum

Wir können mit unserem Klima nicht experimentieren, denn wir haben nur eins. Allerdings können wir auf Experimente im Supercomputer zählen. Über diese sprechen wir mit Michael Böttinger, Leiter Öffentlichkeitsarbeit am Deutschen Klimarechenzentrum in Hamburg. Wie funktioniert Klimamodellierung eigentlich? Was können wir vorhersagen, und wie sicher? Wie haben sich die Vorhersagen und ihre Wahrnehmung in den letzten 30 Jahren verändert?

Das Intro stammt übrigens aus einem Video des DKRZ aus dem Jahre 1992.

Folge #1 – Scientists for Future

Wir sprechen mit dem Initiator der Scientists for Future (S4F) Dr. Gregor Hagedorn über den Gründungsprozess, die Botschaft der S4F und wie die S4F mit den verschiedenen Akteur*innen der Politik und Zivilgesellschaft in den Dialog tritt. Eins ist sicher: S4F hat Schlagkraft bekommen und reichlich Wind in den Segeln. Nebenbei erfahren wir etwas über Gregors Forschungsthemen und dass der bisherige Verlust an Biodiversität bereits ohne Klimawandel so drastische Ausmaße angenommen hat. – Kein gutes Zeichen also, wenn man bedenkt, dass der Klimawandel jetzt noch obendrauf kommt. Gerade deshalb versprühen wir am Ende doch noch einmal Hoffnung und sprechen über unsere Zukunftsvorstellungen.

Seit der Aufnahme der Folge und ihrer Publikation sind ein paar Wochen vergangen. Nun freuen wir uns, dass wir jetzt endlich starten können.

Und falls es gerade zu Anfang so klingt, als würden wir das zum ersten Mal machen, liegt es daran, dass wir das zum ersten Mal machen.

Nun viel Spaß beim hören!

Folge #0 – Tipping Points

Kippelemente im Erdklimasystem sind kritische Faktoren in der zukünftigen Entwicklung des Klimawandels, schon geringfügige Änderungen können ein System in einen neuen Zustand versetzen. Wird dieser Tipping Point erreicht, kann das System nicht mehr in den ursprünglichen Zustand zurückfinden.

In dieser Folge stellen wir uns kurz vor und geben euch einen Einblick welche Tipping Points uns dazu bewogen haben diesen Podcast zu starten.